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Drei Fragen an … die Fachstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung in Kommunen (FABINEK)

Das Logo der Fachstelle Bildung für Nachhaltige Entwicklung ist hier zu sehen

Die Fachstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung in Kommunen (FABINEK) ist eine von fünf Fachstellen im bundesweit tätigen Fachnetzwerk für kommunales Bildungsmanagement. Die REAB NRW sprach mit Projektleiterin Dr. Lea Schütze über die Erkenntnisse aus den Modellkommunen der BiNaKom, der Arbeit im Fachnetzwerk und den Plänen und Angeboten für das Jahr 2025.

 

Die FABINEK orientiert sich an den Erkenntnissen des BNE-Kompetenzzentrums (BiNaKom) und der Arbeit der Modellkommunen, die sich im Bereich von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) engagieren. Was sind zentrale Aspekte, die für die strukturelle Implementierung von BNE in der Kommune wichtig sind?

Beim BNE-Kompetenzzentrum haben wir sieben Handlungsfelder entwickelt, die sich an die Kernkomponenten des datenbasierten kommunalen Bildungsmanagements (DKBM) anschließen. Sie beschreiben die wesentlichen Handlungsbereiche, um BNE vor Ort voranzubringen. Wenn ich daraus Aspekte herausgreifen müsste, würde ich die folgenden drei Dinge priorisieren: Erstens ist die politische Unterstützung ganz wichtig, mit der auch ausreichend Ressourcen einhergehen sollten, im besten Fall langfristig, da BNE keine kommunale Pflichtaufgabe ist. 

Für BNE spielt zweitens das Netzwerk innerhalb und außerhalb der Verwaltung eine große Rolle: Insbesondere zivilgesellschaftliche Akteur:innen machen oft schon seit Jahrzehnten (ehrenamtlich) BNE-Angebote. Denen sollte man unbedingt Sichtbarkeit verschaffen und sie miteinbeziehen – sie haben wertvolles Wissen über die Bedarfe von Bildungsträgern vor Ort und die Nutzung von Bildungsangeboten. 

Und drittens: Tue Gutes und rede darüber! Nachhaltigkeit geht alle an und lässt sich niedrigschwellig und alltagsnah vermitteln. Kommunale Aktivitäten im Bereich BNE sollte man unbedingt sichtbar machen – so erweitert sich zudem das Netzwerk der kommunalen Bildungslandschaft, und die Bürger:innen, die man ja mit ausreichend BNE-Angeboten ‚versorgen‘ möchte, wissen davon und profitieren von einem möglichst breiten BNE-Angebot für alle Altersgruppen und Bildungsphasen.


Seit rund einem Jahr arbeitet die FABINEK im Fachnetzwerk für kommunales Bildungsmanagement. Welche Fragen und Anliegen stehen im Fokus der Arbeit mit den REABs?

An vielen Stellen geht es darum, sich einen Überblick zu verschaffen und auch grundlegendes Wissen zu vermitteln: Was ist BNE eigentlich genau? Und warum beschäftigen wir uns und die Kommunen damit? 

Wenn diese Grundlagen geklärt sind, geht es darum, sich die Prozesse und Strukturen, die Ziele und möglichen Maßnahmen vor Ort anzusehen: Welche Potenziale schlummern im DKBM und welche Herausforderungen zeigen sich, um BNE voranzubringen? Häufig gab es in den Kommunen bereits einzelne BNE-Projekte – aber was hat man daraus gelernt, was kann man nutzen, um BNE strukturell zu verankern? Wen kennt man vor Ort bereits, unter anderem auch aus anderen Arbeitsfeldern des DKBM, in der politischen und kulturellen Bildung, im Bereich MINT oder Ehrenamtsförderung?

Auch außerhalb des Bildungsmanagements gibt es in den Verwaltungen ganz viele Vorerfahrungen und ganz viel Engagement zu den Themen BNE und Nachhaltigkeit, das genutzt werden kann, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem Nachhaltigkeitsmanagement oder dem Klimaschutz, der Stadtentwicklung, mit Querschnittsstellen wie Gleichstellungs- und Inklusionsbeauftragten, mit der Wirtschaftsförderung und mit kommunaleigenen Betrieben, wie den Abfallwirtschaftsbetrieben – diese Verbindungen aufzuzeigen und zu intensivieren, ist sehr wichtig. 

Neben den Grundlagen zur Implementierung von BNE in die kommunale Bildungslandschaft bearbeiten wir für und mit den REAB-Kolleg:innen die Verknüpfung von BNE zu aktuellen Herausforderungen - insbesondere dem Ausbau des Ganztages sowie den Anbindungen an das Startchancen-Programm und weitere Themen im Fachnetzwerk, etwas die Schnittstelle zwischen BNE und Demokratiebildung. 


Wenn Ihr auf das Jahr 2025 blickt: Worauf dürfen sich die BNE-Akteure und Interessierte freuen? 

Dieses Jahr wird die Akteursgruppe der Zivilgesellschaft in verschiedenen Formaten der Transferinitiative eine große Rolle spielen, und wir freuen uns, das Thema aus dem BNE-Blickwinkel einzubringen, - hier spielen zivilgesellschaftliche Akteur:innen eine besonders große Rolle. Außerdem beschäftigen wir uns mit der Frage, welche Rolle BNE für den gesellschaftlichen Zusammenhalt haben kann. Wir sind eingebunden in bundesweite Debatten, aus denen konkrete Handlungsempfehlungen für die Arbeit vor Ort abgeleitet werden sollen.

Zudem werden wir im Laufe des Jahres unseren ersten Podcast aufnehmen! Dabei wollen wir Partizipation und Beteiligung besprechen. Partizipation klingt erstmal toll, kann aber oft scheitern und ist ein langwieriger Prozess – wir sind gespannt drauf und freuen uns auf Feedback. Neben vielen anderen Projekten und Kooperationen im Fachnetzwerk arbeiten wir derzeit an einem Themendossier zu BNE im Ganztag. Die stärkere Vernetzung zu außerschulischen Bildungspartner:innen, insbesondere im schulischen Nahraum, sehen wir als wichtige Möglichkeit, BNE stärker im Schulalltag zu verankern, auch im Startchancen-Programm.

Und nicht zuletzt hoffen wir auf eine neue Bundesregierung, die sich sowohl der Bildung als auch der Nachhaltigkeit verpflichtet sieht.


Vielen Dank für das Gespräch und den Einblick in die Arbeit der FABINEK!


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